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Edna bricht aus, Harveys neue Augen, Deponia, The Whispered World und Co: Das deutsche Entwicklerstudio Daedalic Entertainment hat sich im Laufe der Jahre einen Namen als Anlaufpunkt Nummer eins für Fans klassischer Adventures erarbeitet. Wenig überraschend also handelt es sich bei dem neuesten Werk der Hamburger, Anna Quest, ebenfalls um ein solches. Leider verwechselt das grundsätzlich charmante Abenteuer dabei zu häufig althergebrachte Adventure Tugenden mit schlichtweg überholten Genre Elementen.

Anna wird schon richtenIn Anna Quest übernehmen wir die Kontrolle über die titelgebende Heldin, welche sich aufgrund einer Verkettung unglücklicher Ereignisse in den Fängen einer bösen Hexe wiederfindet. Erpicht darauf, ihrem im Sterben liegenden Großvater mit Medizin zur Seite zu stehen, setzt sie alles daran, zu entkommen. Das ist natürlich nur der Ausgangspunkt für eine wesentlich vielschichtigere Handlung, die über Verrat, die Bedeutung von Schicksal, Freundschaft und Pakte mit dem Teufel reicht und durch den einen oder anderen teils spielbaren Flashback angereichert wird.

Leider verheddert sich die Erzählung gegen Ende hin etwas, walzt nebensächliche Ereignisse zu sehr aus und lässt im Gegenzug eigentlich relevante Handlungsstränge frühzeitig fallen. Trotzdem motiviert genug, dass man bis am Ende interessiert bleibt, was nicht zuletzt an den sympathischen Figuren liegt. Während Anna selbst etwas blass daherkommt, erweisen sich etwa ihr Teddybär Begleiter Ben, die böse Hexe Winfriede, eine Handvoll ruheloser Geister oder die Insassen und Wärter eines teuflischen Gefängnistrakts als echte Highlights. Schön: Ohne zu sehr auf der Materie herumzureiten, werden einige Märchen Elemente wie die Geschichte von Hänsel und Gretel oder Aschenputtel geschickt in die Handlung eingewoben.

SprachbeschränkungenNicht schlecht, aber etwas weniger gelungen ist die grundsätzliche Dialogqualität. Zwar sind die Gespräche nett geschrieben, ziehen sich aber regelmäßig zu sehr und sind etwas arm an Wortwitz. Hier sind wir von Daedalic besseres gewohnt. Zudem ist es schade, dass das Spiel trotz deutscher Entwickler nur eine (professionell eingesprochene) englische Tonspur mit deutschen Untertiteln aufweist die zudem etwas zu stark unter Tipp und Schreibfehlern leiden.

Alles schon mal da gewesenWeder Lob noch echte Kritik lässt sich hingegen am Grundsätzlichen Gameplay üben. Wir bekommen de facto genau das, was wir uns erwarten: klassische Adventure Kost in Reinkultur, ohne unnötigen Schnickschnack, aber eben wie erwähnt eben auch mit etlichen Altlasten. Auf zahlreichen vollgestopften gestalteten Screens klicken wir uns durch die Gegend, untersuchen (auf Wunsch per Lichtkreis markierte) Hotspots und sammeln unzählige Gegenstände ein, die wir zum Lösen ebenso zahlreicher Rätsel benötigen. Während einige davon selbsterklärend beziehungsweise logisch sind ein Schlüssel gehört nun einmal in ein Schloss und eine wertvolle Geige lässt sich unter dem wachsamen Blick eines Verkäufers mit einer normalen austauschen trifft das auf zu viele andere nicht zu.

Aus hanebüchenen Gegenständen ein Kissen basteln, damit eine Katze darauf einschläft und man ihr den Anhänger mopsen kann? Eine Hexenfalle, die so kompliziert zusammengebastelt werden muss, dass man sich an den Kopf fasst? Das mag Genre Fans gefallen, ist aber in keinster Weise intuitiv. Zudem leidet Anna Quest unter dem bekannten Problem, dass manche Gegenstände erst kombinierbar oder interaktiv werden, sobald dies vom Spiel vorgesehen ist. Heißt im Klartext: Wenn man eine Lösungsmöglichkeit versucht hat und diese nicht funktioniert, heißt das nicht, dass dies ein paar Minuten später noch immer so ist. Dadurch kommt leider regelmäßig Frust auf und die ohnehin sehr stattliche Spielzeit von gut 15 Stunden wird künstlich weiter nach oben getrieben. Spaß machen dafür die regelmäßigen „richtigen“ Rätsel, bei denen wir etwa eine Melodie auf dem Klavier richtig spielen oder eine Eule mittels platzender Ballons an einen bestimmten Ort scheuchen müssen.

Kunterbunte AdventureweltGeschmacksache ist die Grafik, der sich an jenem von Edna bricht aus, Harveys neue Augen oder Chaos auf Deponia orientiert: Ein handgemalter, bunter Cartoonstil mit wenig Details, aber charmant gezeichneten Umgebungen und Figuren, der gerade in den seltenen Zwischensequenzen gut zur Geltung kommt. Die Zeit bleibt jedoch nicht stehen, und was früher noch akzeptabel war, ist heute schlicht altbacken. Anna’s Quest nutzt die Chance nicht, althergebrachte Tugenden mit neuen Kniffen und spielerfreundlichen Entscheidungen zu kombinieren, sondern ruht sich zu sehr auf den fast dreißig Jahre alten Wurzeln des Adventure Genres aus. Das heißt nicht, dass ich mit dem Spiel keinen Spaß hatte vor allem die Geschichte glänzt in ihren besten Momenten und wird durch sympathische Figuren getragen , ich weiß aber jetzt schon, dass Anna’s Quest kein Titel ist, an den ich mich in einem Jahr noch erinnern werde.
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