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Review von Matthias Manthe

Was schreiben über ein Album, das Differenzierung scheut wie das Himmelgrau an diesen komischen Tagen ohne Sonnenschein und ohne Regen. Das sich anfühlt wie ein komplettes Wochenende vor dem Fernseher. Schmeckt wie Tütensuppe von Aldi. Klar, es gibt Schlimmeres. Trotzdem: Durchschnittlichkeit verhilft selten zum Erfolg. „Mit diesem Album will ich zeigen, was ich am besten kann“, erklärt Mel C. Nicht weiter auffallen scheint ihre größte Stärke.

„Beautiful Intentions“ entstand aus Melanies neu gewonnener Unabhängigkeit, nachdem die heute 31 Jährige 2003 mit einem Mal ohne Plattenvertrag da stand. Die Britin bewies Kampfgeist, besiegte ihre Depressionen und gründete für das Drittwerk kurzerhand ihr eigenes Label „Red Girl“. Obwohl Mel C also so manches Magengeschwür abzuarbeiten haben dürfte, zieht die Platte am Hörer vorbei wie ein unaufgeregter Sonntagsspaziergang. Statt emanzipatorischer Auflehnung serviert sie 90er Poprock ohne Biss.

Dabei engagierte Melanie eigens Franz Ferdinand Produzent Greg Haver, um die „Rauheit der Songs“ zu bewahren. Mag sein, dass das Titelstück „Beautiful Intentions“ in den Ohren weich gesottener Spice Girls Hörer wie ein Monument des Rock klingt. So richtig dreckig und gemein. Alle anderen sortieren Frau C weit hinten in der Adult Pop/Rock Abteilung ein.

Der Pressetext behauptet, Melanie C verfüge über eine bemerkenswerte Stimme. Die besitzt sie keineswegs. Ihr Organ geht im Riffreigen aus dem Anfängerlehrbuch regelmäßig unter. Wut und enttäuschte Erfahrungen meint man tatsächlich kurz zu hören, wenn Mel mit der Musikindustrie abrechnet: „Sell your life, sell your soul“ zischt es in „Next Best Superstar“. Wie beim Rest des Albums zieht sie aber auf halber Strecke die Handbremse. Eine gute Portion Rage,
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mit verstärkten Gitarren unterlegt? Ja gerne, aber bitte nicht zu derb.

Nummer sicher auch bei der Playlist: Laut und leise wechseln sich mit penetranter Regelmäßigkeit ab. An die Streicher unterstützte Pianoballade „Better Alone“ reiht sich das genauso blasse wenn auch rockigere „Last Night On Earth“. Und so weiter. Okay klingt der Ausreißer „Never Say Never“, der mit vielen beats per minute um sich schlägt. Eine eindeutige Pink Referenz, von der Mel C sagt: „I’m a bit scared she looks hard!“

Textlich gibt sich Mel C gleichfalls äußerst klassisch. „Running from yourself is never gonna save you“, phraselt Pseudo Emanze Melanie im neunten Track. Ja, is klar. Als schon nicht mehr damit gerechnet werden darf, setzt es plötzlich noch ein gutes Stück. Das finale „You’ll Get Yours“ funktioniert, weil es im Gegensatz zu seinen Vorgängern so etwas wie einen Spannungsbogen besitzt.

„Beautiful Intentions“ ist ein grundsolides Album, das keine Abstriche in Sachen Chartskompatibilität macht. Sich zwischen die Stühle Rock und Pop setzt, ohne jemandem auf die Füße zu treten. Mel C singt gefällige Stücke über Liebe und die Ungerechtigkeiten des Business („I thought you had more faith in me“), beherzigt aber gleichzeitig das Sprichwort „Beiß nicht die Hand, die dich füttert“. Wenigstens das Plattencover entscheidet sich: Die Nominierung für das ugliest cover ever reine Formsache.

Leider sind die ehemaligen Spice Girls Fans heute viel zu alt,
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um einer solch halbgaren Rebellion Glauben zu schenken. Und neue Anhänger gewinnt Chisholm mit derart verbrauchten Melodien sicherlich nicht. Prognose: next best chart entry.