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Der Name Nicol Melli geisterte mehrere Wochen durch die Bamberger Gerüchteküche, bis er am 14. Juli offiziell verkündet wurde. Ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag reiht sich der 24 Jährige in die Riege der Italiener beim amtierenden deutschen Meister ein. Court Review stellt den neuen Power Forward näher vor.

Lange Zeit galt Melli als eines der größten Talente im italienischen Basketball, dem Hype konnte er in seinen fünf Jahren beim italienischen Powerhouse Olimpia Milano aber nicht vollends gerecht werden. Was allerdings nicht heißen soll, Trinchieri und Baiesi hätten einen gescheiterten Landsmann an die Regnitz geholt, im Gegenteil. Der Transfer passt an beiden Enden des Courts zum eingeschlagenen und auch angestrebten Kurs der Brose Baskets. Doch was darf man konkret erwarten?Als Verteidiger kündigte Sportdirektor Baiesi den Neuzugang an, eine Aussage, die zur Ausnahme nicht in die Understatement Schublade einzuordnen ist, die in Bamberg seit letzter Saison sonst so gerne gefahren wurde. von seinen athletischen Voraussetzungen, sowie seinem Spielverständnis. Zwar ist er mit 2,05 m und gut 100 kg für die 4 eher leicht gebaut, dafür besitzt er aber die nötige Länge, um den Angreifern mit seinen Kraken Armen das Leben schwer zu machen. Diese Länge weiß er auch einzusetzen, egal ob unter dem Korb oder am Perimeter gegen kleinere Gegenspieler. Gerade im defensiven Konzept der Brose Baskets, in dem viel geswitcht wird, sollte besondersdie letztere Eigenschaft mehr als willkommen sein. Woran es dem Forward allerdings etwas fehlt ist die laterale Geschwindigkeit, also die Seitwärtsbewegung, was aber in einem funktionierenden Defense System leicht zu kompensieren wäre.

Ebenfalls bringt der Neuzugang auch ein gewisses Shotblocking mit. Zugegeben, die 0,5 Blocks versetzen keinen Guard in Angstzustände, dennoch beschützt er den Ring respektabel und war Mailands Nummer zwei in Blocks hinter Samardo Samuels (0,6 BPG). in der Euroleague Teams mit ihren Post Spielern gegen den leichter gebauten Melli zu punkten. Dass das kein Selbstläufer ist musste beispielsweise Barcelonas Ante Tomic einer der besten Center Europas auf schmerzliche Weise erfahren. Indem Melli ihm erst den Stuhl wegzog, sodass Tomic beim Aufposten fast auf den Hosenboden fiel, nur um dann beim Hakenwurf vom Italiener geblockt zu werden.

Weiter geht mit einem der wohl sagenumwobensten Begriffe unseres Sports: Dem Basketball IQ. in den richtigen Rotationen im Zuge der Help Defense, bei der er nahezu ausnahmslos die richtigen Entscheidungen trifft, bzw. intuitiv korrekt handelt. So könnte er seinem Landsmann an der Seitenlinie in Bamberg wohl das eine oder andere graue Haar ersparen. In der vergangenen Spielzeit durfte Melli das öfter unter Beweis stellen, als ihm wohl lieb war, da er die zahlreichen defensiven Aussetzer seiner Kollegen Joe Ragland, MarShon Brooks, Daniel Hackett Co. häufig auslöffeln durfte.

Unterm Strich lässt sich Baiesis Statement also durchaus unterschreiben. In der Verteidigung ist Melli ein Spieler, der quasi keine Fehler macht und auch bereitwillig die weniger glamourösen Aufgaben übernimmt und dadurch das Teamgefüge zusammen halten kann. Vermutlich genau das, was Trinchieri gerne im Kader hat.

Stats don lie?

Nun auf zum anderen, wohl attraktiveren, Ende des Spiels, der Offense. An dieser Stelle erstmal ein paar Zahlen:

Lega Basket (ITA): 19,3 MpG / 5,7 PpG / 4,2 RpG (3,2 DReb 1,0 OReb) / 43,8% FG / 38,2 % 3FG / 76,0% FT

Euroleague: 20,8 MpG / 5,3 PpG / 3,5 RpG (2,5 DReb 1,0 OReb) / 40,0 FG / 33,
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3% 3FG / 70,0% FT

Was sagen diese Statistikennun über das Spiel des Neu Bambergers aus? Sehr wenig. Zum besseren Verständnis lohnt sich eine Betrachtung Milanos Kader und wie die Offensive beim Emporio Armani ausgerichtet war. An dieser Stelle fallen erneut die Namen MarShon Brooks (11 Wurfversuche pro SpielFGA), Alessandro Gentile (10 FGA), Samardo Samuels (8,4 FGA), Daniel Hackett (8 FGA), Joe Ragland (7,4 FGA), Linas Kleiza (6,6 FGA)undDavid Moss (5,2 FGA). Erst an achter Stelle erscheint Melli mit durchschnittlich 4,8 Würfen pro Spiel. Mailand hat vergangene Saison über weite Strecken keinen besonders uneigennützigen Basketball gezeigt. Viel zu oft versuchten die einzelnen Akteure selbst das Heft in die Hand zu nehmen und suchten selbst den Abschluss oder den direkten Assist. Ballbewegung wie man sie in Bamberg gewohnt ist, sah man in Milano eher sporadisch. Für einen Spieler mit Mellis Skillset ist ein derartiges Offensivsystem, in dem jeder seine eigenen Brötchen backt, nicht gerade ideal. In zahlreichen Possesions sah der Power Forward den Ball nur aus der Ferne, während Brooks, Gentile und Co. sich im Dribbling übten, obwohl er die Räume stets richtig ausgefüllt hat, sich also abseits des Balles korrekt bewegt hat.

Bekommt Melli den Ball an der Dreierlinie ist er mehr als fähig, hochprozentig einzunetzen. Seine Länge kommt ihm auch hier wieder zu Gute, da er ein hohes Release hat, wodurch der Sprungwurf extrem schwer zu blocken ist. Erfreulich ist auch, dass er sich nicht auf das bloße Fangen und Werfen beschränkt, sondern die Closeouts der heranstürmenden Verteidiger sehr gut attackiert. Sein Ballhandling ist dabei für einen Mann seiner Größe überdurchschnittlich gut, so kann er seinen Gegenspieler auch aus dem Dribbling schlagen.

Ein weiterer positiver Aspekt im Spiel des 24 Jährigen stellt seine Gefahr im offenen Feld dar. schneller als sein Gegenspieler mit und kann dort auch über Ringniveau abschließen. Anders als einige seiner ehemaligen Mitspieler ist der Italiener zudem kein Ballstopper, sondern agiert extrem uneigennützig, lässt den Ball laufen und versucht allgemein stets das richtige Play zu machen. Besonders letzte Saison fügte dies seinen individuellen Statistiken Schaden zu, diente dafür aber dem Teamerfolg.

Was das Spiel im Post betrifft, reißt Melli keine Bäume aus, zeigt in dieser Hinsicht aber dennoch ein gutes Arsenal an Täuschungen und Kontern, er reagiert also auf seinen Verteidiger. Inwiefern er in Bamberg im Post eingesetzt wird bleibt abzuwarten. Durch seine leichte Bauweise ist er aber limitiert, da die nötige Kraft um gegen massige Gegenspieler zu agieren schlicht fehlt. Stellt der Gegner aber auf Smallball um, kann er durch seine Größe und Länge aber hochprozentig mit dem Rücken zum Korb agieren. Offensiv macht er vieles richtig und auch gut, aber nichts großartig. Er besitzt klare Limitationen, vor allem in körperlicher Hinsicht. Sein Erfolg in Bamberg wird zum Einen davon abhängen, wie er eingesetzt wird, zum Anderen von seiner Einstellung selbst. In Mailand nahm er sich manchmal zu sehr zurück und agierte zu selbstlos. Die Gründe dafür wurden ja bereits aufgeführt. Glücklicherweise ist Bamberg keine Ansammlungvon zahlreichen Solisten, sondern eine Mannschaft. Trinchieri konnte vergangene Saison den Output von jedem Spieler optimieren (Verletzungen ausgenommen). Der Coach versteht es seine Schützlinge in die richtigen Positionen zu bringen, um Erfolg zu erzielen. Gerade deshalb darf von Melli eine bessere Saison als in der vergangenen Spielzeit erwartet werden. Das Umfeld passt schlichtweg besser. Die Rollen der Go to Guys werden auch 2015 16 wieder Wanamaker, Miller, Strelnieks und wahrscheinlich auch Zisis einnehmen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass der Italiener mit 24 Jahren noch entwicklungsfähig ist, gleichzeitig aber schon über langjährige Erfahrung auf Euroleague Niveau verfügt. Spieler, die diese Kombination aufweisen können sind extrem rar und gefragt, das erklärt wohl auch das gute Gehalt, welches Brose ihm zahlen soll.

Die Verpflichtung ist also ein weiteres Indiz für die starke Arbeit, die Trinchieri und Baiesi in Franken leisten. Einen Superstar darf man in Freak City nicht erwarten, dafür bekommt man einen wichtigen Rotationsspieler,
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der in einem Top16 Team der Euroleague gestartet ist und mit großer Wahrscheinlichkeit vom Tapetenwechsel an die Regnitz profitieren wird.